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Wespennest Nr.168
Wespennest Nr.168

Ramsch

Ramsch ist logische Folge und paradoxer Ausdruck einer auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsordnung. Spiegelt Ramsch also einerseits das Wesen industrieller Massenproduktion, so lässt er sich zugleich auch als Widerstand denken, als Ausschuss-Ware, die sich anarchisch wuchernd der säuberlichen Reihung widersetzt.
Der Themenschwerpunkt rückt Ramsch als dialektisches Phänomen in den Mittelpunkt und sucht ihn auf in Discountern und Leiharbeitsfirmen, auf afrikanischen Märkten und in Rating-Agenturen, im Kino und in Antiquariatswühlkisten – vor allem aber auch als Logik, Ästhetik, Ökonomik und Prinzip sozialer Segregation in unseren Köpfen.
Außerdem in diesem Heft: Gordon Ball, der Chronist der Beat-Generation, im Porträt, Marko Martin über die südafrikanischen Monumente der Macht u.v.a.m.

Wespennest Aktuelles
Als 65-jährige (werdende) Mutter bot Annegret Raunigk kürzlich Anlass, die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin erneut zu diskutieren. Ebenso relevant wie politische und ethische Fragestellungen sind dabei die Paradoxien medialer Inszenierung. Andrea Roedig über ein Kammerspiel auf RTL.

Eine „neue Bescheidenheit“ forderte vor einigen Jahren der Eigentümer der Tengelmann-Gruppe. Doch auch die politische Elite der Europäischen Union meint damit häufig die Verhältnisse der anderen. Jan Koneffke untersucht eine idiomatische Wendung und findet Mark Twains Geschichte „Die Eine-Million-Pfund-Note“.

Sollte man anstelle von Robert Musils „Sekretariat für Genauigkeit und Seele“ nicht vielmehr ein Kommissariat für Medien und Volksernüchterung zur Bewältigung der Gegenwart einrichten? Angesichts der gegenwärtigen Obsession mit den Gedenkjahren 1914/1918 lässt sich diese Frage mit einigem Nachdruck stellen.

Die Konfliktsituation in der Ukraine versetzt Bevölkerungen, politische Verantwortliche und die Medien vieler Länder in Unruhe und scheidet die Geister. Jan Koneffke liest in Rumänien deutsche Zeitungen und hinterfragt das Verständnis deutscher Freunde für russische Sicherheitsinteressen.

Europaweit wird das fehlende Interesse an den am 25. Mai anstehenden EU-Parlamentswahlen beklagt. „Die Europawahl ist den Deutschen herzlich egal“, betitelte zum Beispiel Die Welt einen Artikel zur befürchteten niedrigen Wahlbeteiligung. Dass Stimmabgaben europäischer BürgerInnen aber nicht nur am mangelnden Interesse, sondern auch an speziellen Fragen der Evidenz scheitern können, weiß Andrea Roedig.

|20.05.2008| Galerie der LiteraturZeitschriften
In der Alten Schmiede (Schönlaterngasse 7, 1010 Wien) gibt es mit der „Galerie der LiteraturZeitschriften“ einen frei zugänglichen öffentlichen Leseraum. Interessierten werden hier ungefähr 75 verschiedene Literatur-Zeitschriften geboten. Sowohl Ausgaben des Jahrgangs 2007 als auch aktuelle Nummern des Jahres 2008 von etwa 35 österreichischen Literaturzeitschriften, darunter auch von Wespennest, und zusätzlich weitere 40 internationale Magazine liegen auf.

Wespennest Zeitschrift
Heft 167 |w167| Norden – naturromantische Projektionsfläche und Schauplatz kolonialistischer Expansionspolitik zugleich. Eine literarische Untersuchung.
Heft 166 |w166| Ist Widerstand hierzulande nur noch Inszenierung? Eine Auseinandersetzung mit Möglichkeitsformen des politischen und künstlerischen Protests.
Heft 165 |w165| Ein Schwerpunkt zu Genderrollen, Geschlechterpolitik und Benachteiligungsmechanismen jenseits platter Kampfparolen.
Wespennest Vorschau
wespennest 169
Mensch und Maschine
Preis: EUR 12.00;
erscheint am 06.11.2015

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Glanz und Elend

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