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Wespennest Nr.174
Wespennest Nr.174

Idiotie

„Der Himmel benam dem Dummen wol den Verstand, aber nicht die Meinung, ihn zu haben“, schreibt Jean Paul, und alt ist der Gedanke, dass es gerade die fehlende Einsicht in die eigene Beschränktheit ist, die Dummheit so gefährlich macht. Derzeit laufen viele gefährliche Idioten herum, ob als heilige Krieger oder als Präsidenten. Aber Stumpfsinn ist nicht nur das Merkmal von Personen, sondern auch von ganzen Systemen. Wo ist der blinde Fleck? Der Schwerpunkt „Idiotie“ verdankt sich dem beunruhigenden Gefühl, dass wir kollektiven Idiotien aufsitzen, dass die Welt zwar permanent smarter, aber der Mensch dabei irgendwie auch dümmer, also beschränkter wird.
Die Autorinnen und Autoren fragen nach der Idiotie von Institutionen im Allgemeinen und der Finanzmärkte im Besonderen oder danach, wie viel Einfalt nötig ist, um in der Politik an die Macht zu kommen und vor allem dran zu bleiben. Im griechischen Ursprung des Wortes ist der idiotes einer, der sich heraushält aus öffentlichen Geschäften, der eher am Rande der Polis steht. Blöde muss er deshalb nicht sein. Der Narr spricht wahr, und natürlich wird im Schwerpunkt auch das Glück der Idiotie bedacht. Was nicht im Widerspruch dazu steht, dass Dummheit vielleicht einfach nur eine Form der Verzweiflung ist.

Jenseits des Schwerpunktes widmet sich Klaus Amann Josef Haslingers Literatur, Evelyne Polt-Heinzl beschreibt Literaturkritik als demokratiepolitische Frage u.v.m.


Wespennest Aktuelles
Unter der fragenden Aufforderung „Streitbar! Wie viel Meinungsfreiheit halten wir aus?“ lud das Kulturhauptstadtbüro Dresden 2025 die Autoren Uwe Tellkamp und Durs Grünbein am 8. März 2018 zu einem „Rededuell“, das für einige Aufregung in der literarischen Öffentlichkeit sorgte. Dabei war besonders auffallend, so die Beobachtung Jan Koneffkes, wie die mangelnde Kohärenz der Argumente zum Thema Meinungsfreiheit weitreichende Ressentiments sichtbar werden ließ.

|03.05.2018| „You, where is your revolution!? Der Witz und der innere Widerstand“
In der aktuellen Ausgabe des wespennest 174 (Mai 2018) finden sich Arbeiten des bildenden Künstlers Matthias Mollner. Diese und weitere Fotografien, Materialbilder und Skulpturen sind in seiner kommenden Verkaufsausstellung „You, where is your revolution!? Der Witz und der innere Widerstand“ zu sehen.

Eröffnung: 22. Mai 2018, 19 Uhr Ausstellungsdauer: 23. bis 27. Mai 2018 Hörnesgasse 10, Dependence für zeitgenössische Kunst, 1030 Wien

Mi, Do, Fr 17-19 Uhr So Finissage 14-18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung: 0676 411 79 06


|19.03.2018| No one saw it twice
In wespennest 173 (November 2017) werden Arbeiten des ungarischen Fotografen András J. Nagy (geb. 1977 in Budapest) vorgestellt. Das IWM in Kooperation mit Knoll Galerie Wien und Budapest widmet seinem Werk nun bis Ende Juni 2018 eine Ausstellung.

Eintritt frei
Institut für die Wissenschaften vom Menschen Spittelauer Lände 3
1090 Wien


Wespennest Zeitschrift
Heft 173 |w173| Kultur erben ist schwierig, gesellschaftlich wie individuell. Versteht man das Erbe als Bereicherung oder zerstört man es? Ein Heft zur Dynamik von Erinnern und Vergessen.
Heft 172 |w172| Ent-fremdet sein – Störung im Welt- und Selbstverhältnis oder produktiver Vorgang? Hat das Fremde in der globalisierten Welt zugenommen oder kommt es uns abhanden?
Heft 171 |w171| Wer träumt heute noch vom kommunistischen Vielvölkerimperium? 12 Stimmen und Positionen.
Wespennest Vorschau
wespennest 175
Hilfe
Preis: EUR 12.00;
erscheint am 07.11.2018

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