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Wespennest Nr.167
Wespennest Nr.167

Norden

Das Land unter dem Sternbild der Großen Bärin lockt seit Jahrhunderten Entdeckungsreisende wie deren Auftraggeber. Aktuell steht mit dem Schmelzen des nordpolaren Eises die kommerzielle Nutzung neuer Rohstoffe im Vordergrund – was vielen Generationen unverrückbar galt, gestaltet sich radikal um.
Worauf aber stoßen wir, wenn wir den Norden ideenhistorisch und literarisch suchen? Auf eine naturromantische Projektionsfläche oder den Schauplatz kolonialistischer Expansionspolitik? Auf Urszenen der Einfachheit oder den Kältepol und Nullpunkt der Literatur? Fragen realer und imaginärer Kartografie – auf die die Autorinnen und Autoren des Schwerpunkts poetisch und essayistisch Bezug nehmen.
Außerdem in diesem Heft: Ein Porträt der Autorin Esther Dischereit anlässlich ihrer Auseinandersetzung mit den NSU-Morden, eine Reportage über die letzten bulgarischen Tanzbären u.v.a.m.

Wespennest Aktuelles
Eine „neue Bescheidenheit“ forderte vor einigen Jahren der Eigentümer der Tengelmann-Gruppe. Doch auch die politische Elite der Europäischen Union meint damit häufig die Verhältnisse der anderen. Jan Koneffke untersucht eine idiomatische Wendung und findet Mark Twains Geschichte „Die Eine-Million-Pfund-Note“.

Sollte man anstelle von Robert Musils „Sekretariat für Genauigkeit und Seele“ nicht vielmehr ein Kommissariat für Medien und Volksernüchterung zur Bewältigung der Gegenwart einrichten? Angesichts der gegenwärtigen Obsession mit den Gedenkjahren 1914/1918 lässt sich diese Frage mit einigem Nachdruck stellen.

Die Konfliktsituation in der Ukraine versetzt Bevölkerungen, politische Verantwortliche und die Medien vieler Länder in Unruhe und scheidet die Geister. Jan Koneffke liest in Rumänien deutsche Zeitungen und hinterfragt das Verständnis deutscher Freunde für russische Sicherheitsinteressen.

Europaweit wird das fehlende Interesse an den am 25. Mai anstehenden EU-Parlamentswahlen beklagt. „Die Europawahl ist den Deutschen herzlich egal“, betitelte zum Beispiel Die Welt einen Artikel zur befürchteten niedrigen Wahlbeteiligung. Dass Stimmabgaben europäischer BürgerInnen aber nicht nur am mangelnden Interesse, sondern auch an speziellen Fragen der Evidenz scheitern können, weiß Andrea Roedig.

|20.05.2008| Galerie der LiteraturZeitschriften
In der Alten Schmiede (Schönlaterngasse 7, 1010 Wien) gibt es mit der „Galerie der LiteraturZeitschriften“ einen frei zugänglichen öffentlichen Leseraum. Interessierten werden hier ungefähr 75 verschiedene Literatur-Zeitschriften geboten. Sowohl Ausgaben des Jahrgangs 2007 als auch aktuelle Nummern des Jahres 2008 von etwa 35 österreichischen Literaturzeitschriften, darunter auch von Wespennest, und zusätzlich weitere 40 internationale Magazine liegen auf.

Wespennest Zeitschrift
Heft 166 |w166| Ist Widerstand hierzulande nur noch Inszenierung? Eine Auseinandersetzung mit Möglichkeitsformen des politischen und künstlerischen Protests.
Heft 165 |w165| Ein Schwerpunkt zu Genderrollen, Geschlechterpolitik und Benachteiligungsmechanismen jenseits platter Kampfparolen.
Heft 164 |w164| Große Idee, gestrenger (Über)Vater, nicht greifbares Phantom. Kritische Reflexionen zum europäischen Staatenverbund in seiner derzeitigen Form.
Wespennest Vorschau
wespennest 168
Ramsch
Preis: EUR 12.00;
erscheint am 13.05.2015

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Glanz und Elend

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