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Wespennest Nr.172
Wespennest Nr.172

Inhalt

Inhaltsverzeichnis table of contents (Leseprobe als PDF)
Andrea Roedig Editorial (Leseprobe als PDF)
Alice Grünfelder Der Langmut von Mutlangen. Ziviler Ungehorsam für den Frieden
Madame Nielsen Die Addis Abeba-Wanderung oder Fehltritt der weißen Frau
Ulrich Horstmann Schlusslichterloh. Gedichte aus Emeritanien
Justyna Bargielska Gedichte
Alena Wagnerová Ein halbes Jahr auf der Flucht vor dem Tod
Ingrid Zebinger-Jacobi Seiltanz
Carolin Callies Gedichte

reportage
Carsten Jensen Der Tod ist unbarmherzig demokratisch - ebenso wie die Furcht vor ihm

be-, ent-, ver- fremden
Rahel Jaeggi Formen der Weltaneignung. Über alte und neue Begriffe der Entfremdung
Walter Ruprechter In der japanischen Fremde (Leseprobe als PDF)
Ilija Trojanow Ein Lob der Entfremdung
Otto Penz/Birgit Sauer Bitte recht freundlich. Zustände der Freude und des Fremdseins im Dienstleistungsbetrieb
Adreis Echzehn Fremdkörper. Fotoarbeiten
Claudia Ciobanu Lost in Europe (Leseprobe als PDF)
Dirk Quadflieg Von der Liebe zu den Dingen. Verdinglichung zwischen Entfremdung und Versöhnung
Peter Moeschl Nudging - ein Anstoß zur gelenkten Demokratie? Nachrichten aus einer entfremdeten Welt
Jan Koneffke Das fernste Bild der Heimat. Zu Entfremdung und Fremdheit in Leben und Werk des Ludwig Fels
Monika Meister Verfremdung. Poetische und politische Erkenntnisstrategien im Theater
Barbara Köhler Seitenverhältnisse 2: Einerseits

wespennest_buch
Barbara Eder Birgit Weyhe: Madgermans
Robert Schöller Die Romantik der Menschenschändung. Karl Kraus, Richard Schuberth und die Gegenwart
Kirstin Breitenfellner Horst-Jürgen Gerigk: Lesendes Bewusstsein
Helmut Neundlinger Franco Moretti: Distant Reading
Tino Schlench Christa Wolf: Man steht sehr bequem zwischen allen Fronten. Briefe 1952-2011
Ulrich Schneider Klaus Nüchtern: Kontinent Doderer
Astrid Nischkauer Peter Waterhouse/Nanne Meyer: Die Auswandernden
 
wespennest 172
be-, ent-, ver- fremden
Preis: EUR 12.00;
erschienen am 08.05.2017

Weit entfernt scheinen die Zeiten, als die Kritik an falschen Lebens-, Arbeits- und Liebesverhältnissen noch auf das Adjektiv „entfremdet“ hörte. Wer „Entfremdung“ sagt, postuliere ein „wahres Selbst“, argumentiere dogmatisch, anthropologisch, essentialisierend, so lautet der gängige Einwand: Kein Kriterium erlaube, zwischen echt und unecht, fremd und eigen genau zu unterscheiden. So verschwand der Kampfbegriff der 1960er-Jahre aus dem Arsenal der politischen Sprache. Das Unbehagen an Lebens-, Arbeits- und Liebesverhältnissen aber ist geblieben, es äußert sich heute in Debatten über Neoliberalismus, Finanzkapital, Burnout und Glückserforschung.
Vielleicht lässt sich ja doch etwas vom alten Potenzial des „fremden“ retten. Die Autorinnen und Autoren des Schwerpunkts befassen sich mit den Grundlagen von Kritik und den Formen von Weltaneignung ebenso wie mit dem Leben in der Fremde, mit Erkenntnisstrategien im Theater und mit verwirrten Postbeamten.

Jenseits des Schwerpunkts erinnert Alice Grünfelder an den zivilen Ungehorsam der Deutschen bei der Stationierung der Pershing II, Carsten Jensen nähert sich der Frage nach Gewalt in seiner Reportage aus Afghanistan u.v.m.

Wespennest Backlist
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C.H.Beck

Glanz und Elend

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